Die jüngsten Veränderungen in den Lebensstil- und Designpräferenzen deuten darauf hin, dass die Dominanz des offenen Wohnkonzepts möglicherweise nachlässt. Obwohl sie nicht ganz verschwinden, entdecken immer mehr Hausbesitzer und Designer den Reiz definierterer, separater Wohnräume wieder. Dieser Trend spiegelt einen breiteren kulturellen Wunsch nach Privatsphäre, Funktionalität und maßgeschneiderten Umgebungen wider, insbesondere in einer Welt nach der Pandemie, in der Häuser heute als Büros, Schulen und Zufluchtsorte dienen.
Der Aufstieg definierter Räume
Seit Jahren werden offene Grundrisse wegen ihrer luftigen Atmosphäre und sozialen Atmosphäre geschätzt. Allerdings haben die Realitäten des modernen Lebens – Fernarbeit, Homeschooling und eine erneute Betonung des persönlichen Freiraums – zu einer Neubewertung geführt. Wie die Innenarchitektin Emily LaMarque vom Emily LaMarque Design Studio erklärt: „Während der Pandemie sind so viele Menschen dazu übergegangen, von zu Hause aus zu arbeiten und zu lernen und individuelle Räume zu benötigen … dieser Bedarf hat wirklich nicht abgenommen.“ Die Nachfrage nach Räumen, die Ruhe, Privatsphäre und besondere Funktionalität bieten, führt zu einem spürbaren Wandel.
Dabei geht es nicht nur um Ästhetik; es geht um praktische Bedürfnisse. Die effektive Einrichtung offener Grundrisse kann schwierig sein und erfordert häufig provisorische Unterteilungen mit Teppichen oder Möbeln. Möglicherweise fehlt ihnen auch die Intimität und Gemütlichkeit, nach der sich viele Hausbesitzer jetzt sehnen, wie LaMarque anmerkt: „Offene Räume haben oft nicht das gemütliche Gefühl, das sich manche Menschen wünschen.“ Ein weiterer Gesichtspunkt ist die stets sichtbare Unordnung in offenen Grundrissen.
Die anhaltende Anziehungskraft offener Konzepte
Trotz des Trends zur Trennung verschwinden offene Designs nicht. Louis Duncan-He, Präsident und Kreativdirektor von Louis Duncan-He Designs, betont: „Der offene, luftige Grundriss … wird immer im Gespräch sein.“ Viele Hausbesitzer schätzen immer noch die Verbindung und Geräumigkeit, die diese Grundrisse bieten, insbesondere diejenigen, die häufig Gäste beherbergen oder in milderen Klimazonen leben. Die Präferenz bleibt höchstpersönlich.
Allerdings erkennen selbst Befürworter offener Pläne deren Nachteile an. Geschlossene Grundrisse bieten, obwohl sie möglicherweise isolieren, einzigartige Vorteile:
- Designflexibilität: Separate Räume bieten unterschiedliche Leinwände für individuelle Stile. „Sie bieten eine große Leinwand für verschiedene Designmaterialien und -auswahlmöglichkeiten“, sagt LaMarque.
- Personalisierte Räume: Räume können für bestimmte Zwecke zugeschnitten werden, z. B. als kombiniertes Arbeitszimmer, Bibliothek und Heim-Fitnessstudio, um auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.
- Gemütliche Intimität: Wände und definierte Bereiche schaffen eine einladendere, warme und multifunktionale Atmosphäre.
Wiederbelebung offener Pläne für die Moderne
Für diejenigen, die sich einem offenen Wohnkonzept verschrieben haben, empfehlen Designer die Einbeziehung architektonischer Details, um Tiefe und Wärme zu verleihen. Zierleisten, Balken, strukturierte Wandverkleidungen (wie venezianischer Putz oder Stufenfalz) und strategische Beleuchtung können verhindern, dass Räume unpersönlich wirken. Konzentrieren Sie sich auf die Integration zeitloser Materialien – Eichenparkett, Marmor, Stein – um die Weitläufigkeit abzumildern.
Letztendlich ist der ideale Grundriss keine Frage des starren Festhaltens an einem Trend, sondern einer sorgfältigen Überlegung, wie Menschen in ihren Häusern leben.
Beim aktuellen Wandel geht es nicht darum, offene Konzepte abzuschaffen; es geht darum, sie weiterzuentwickeln. Die Zukunft des Wohndesigns wird wahrscheinlich eine Mischung aus beiden Ansätzen beinhalten, wobei Funktionalität, Komfort und die individuellen Bedürfnisse jedes Haushalts im Vordergrund stehen.
























